Manche Menschen finden aus finanziellen oder anderen Gründen keine Wohnung auf dem freien Markt. Der kommunale Wohnungsbau schafft preiswerte Mietwohnungen und verhindert eine „Mieterauslese", wie etwa nach Einkommen, Anzahl der Kinder, Alter oder sozialem Status. Nur Wohnungsbaugesellschaften der öffentlichen Hand garantieren flächendeckend den diskriminierungsfreien und kostengünstigen Zugang zu Wohnungen, sorgen sich um die nötige Infrastrukturausstattung (Spielplätze, Verkehrsanbindung, Handel) und zeichnen sich durch Transparenz und demokratische Kontrolle aus.
Wo sollen Wohnhäuser errichtet, Gewerbegebiete ausgewiesen, Parks angelegt oder Straßen (zurück)gebaut werden? Dies müssen die Gemeinde- bzw. Stadträte entscheiden – gemäß der Baugesetzgebung und vor allem unter Berücksichtigung historischer, ökologischer, topografischer, wirtschaftlicher und sozialer Aspekte. Um die Details kümmern sich Fachleute in der Verwaltung: Stadtplaner/-innen schreiben die Flächennutzungs- und Bebauungspläne und holen Stellungnahmen von Öffentlichkeit, Verbänden und Behörden ein, um der Politik bei der Abwägung der unterschiedlichen Interessen zu helfen.
Das Grundgesetz schützt das Eigentum der Bürger/-innen. Deshalb dokumentieren die Vermessungs- und Katasterämter den Besitz von Grund und Boden. Dies dient dem Rechtsfrieden und ist Voraussetzung für einen aktiven Grundstücksverkehr. Zu den Kernaufgaben der Vermessungs- und Katasterämter gehört es, amtliche Karten in analoger und digitaler Form zu erstellen, zu pflegen und sie den Bürger/-innen, der Wirtschaft und Verwaltung aktuell und qualitativ einwandfrei zur Verfügung zu stellen. Wer aktuelle Karten, Luftbilder, Geodaten oder Vermessungsunterlagen benötigt, ist hier an der richtigen Stelle.
Ob Privatmensch oder Unternehmen: Wer ein Haus bauen möchte, bekommt es mit der Bauaufsichtsbehörde zu tun. (Potenzielle) Bauherren erhalten hier schon vor Abgabe des Bauantrages eine kostenlose Beratung. Um Dienstleistungsangebot und Erreichbarkeit zu verbessern, haben viele Kommunen einen zentralen „Bürgerservice Bauen“ eingerichtet. In einigen Städten ist es sogar möglich, den Bauantrag online zu stellen. Neben den Beratungs- und Genehmigungsfunktionen kümmern sich die Bauämter um Denkmalschutzfragen und geben Einsicht in Baupläne.
Saubere Städte erhöhen die Lebensqualität. Zum Glück gibt es die Frauen und Männer der Straßenreinigung. Besen und Handkarre sind nach wie vor das wichtigste Handwerkszeug des Berufs – auch wenn inzwischen Kehrmaschinen und Streufahrzeuge im Einsatz sind. Nachdem sie im Frühjahr Streumittel beseitigt haben, kämpfen die Straßenreiniger/-innen gegen den Müll, der bei den sommerlichen Festen übrig bleibt. Im Herbst gilt es, das Laub von den Straßen und Gehwegen zu kehren. Besonders hart ist der Einsatz im Winter: Das häufig eisige Wetter fragt nicht nach Dienstzeiten, die Sieben-Tage-Woche ist die Regel.
Seit zehn Jahren ist die Privatwirtschaft in der Abfallentsorgung aktiv. Damit ist ein Wettbewerb entbrannt, der von Verdrängung und Preisdumping geprägt ist. Für die Beschäftigten bedeutet dies steigende Arbeitsbelastung bei sinkenden Einkommen. Ob sie durch zugeparkte Einbahnstraßen manövrieren oder Mülltonnen aus engen Hinterhöfen holen – trotz aller technischen Hilfen haben die Müllleute einen stressigen Job, Arbeitsunfälle inklusive. Weniger sichtbar, doch auch wichtig, ist die kommunale Abfallberatung, die den Bürger/-innen Tipps bei der Müllvermeidung und -trennung gibt.
Manchmal möchte man gar nicht so genau wissen, was mit unseren Abwässern geschieht. Das verschmutzte Wasser wird in Kanälen gesammelt und fließt übers Klärwerk in einen See oder Fluss. Bevor es jedoch so weit ist, kommen die Spezialist/-innen der Entsorger zum Einsatz: Sie überprüfen die Abwasserkanäle – persönlich oder mit einem Kamerafahrzeug. Wenn es sein muss, zwängen sie sich durch enge Gänge, um Laub und Abfälle wegzuräumen. Nach Überschwemmungen gilt es, verstopfte Kanäle durchzuspülen, damit das Abwasser wieder abfließen kann. Die Entsorger bieten einen 24-Stunden-Service.
Bevor das Trinkwasser bei uns aus dem Hahn kommt, wird es von den Wasserwerken gefördert, aufbereitet und durch die Leitungen gepumpt. Ständig gilt es, Qualität und Druck zu kontrollieren sowie die Anlagen intakt und sauber zu halten. Der Anteil öffentlich-privater Partnerschaften ist in den letzten Jahren gewachsen, ebenso das Bekenntnis zum öffentlich-rechtlichen Wasserwerk. In vielen Orten konnten Bürgerbegehren Privatisierungen verhindern. Hervorzuheben ist die Stadt München, die sich ausdrücklich zu ihrer kommunalen Wasserwirtschaft als Aufgabe der Daseinsvorsorge bekennt.
Ja, der Strom kommt aus der Steckdose. Dahinter steckt allerdings jede Menge Arbeit. Zum Beispiel von den Netzmonteur/-innen im Störungsdienst. Wo und wann auch immer das Stromnetz unterbrochen ist, sei es durch Kurzschlüsse, Defekte oder wetterbedingte Ausfälle – sie müssen ran, 24 Stunden am Tag. Menschen und Wirtschaft in Deutschland sind auf sicheren und bezahlbaren Strom angewiesen, der zugleich die Umwelt und das Klima schont.
Damit in Haushalten jederzeit gekocht werden kann und Büros geheizt werden können, überwachen Ingenieur/-innen die Gasleitungen auf gleichmäßigen Druck und Dichtigkeit. Auch das Gasgemisch muss permanent kontrolliert werden. Von der Gasleitungswarte aus steuern die Versorger die Gaslager. So ist sichergestellt, dass Haushalte, Gewerbe und Industrie stets den für sie notwendigen Gasdruck und den richtigen Brennwert erhalten. All diese Arbeiten werden im Dreischichtbetrieb geleistet. Viele der hier tätigen Spezialist/-innen sind bei kommunalen Gasversorgern angestellt. Dass es in Deutschland, abgesehen von Brandstiftungen, kaum Gasbrände gibt – das geht auf ihr Konto!