Kindergarten

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DISKUSSION

Kindergarten

Kinder im Vorschulalter sollen mehr gefördert werden. Wenn die Politik dies ernst meint, muss sie dringend die Arbeit von Erzieher/-innen besser honorieren. Was halten Sie davon?
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Wenn die Politiker fordern, dass die Kinder besser gefördert werden sollen (z.B. VErbesserung der Deutschkenntnisse) müssen sie endlich akzeptieren, dass dies unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht möglich ist. (Überlastete Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen; überfüllte Kindergruppen in viel zu kleinen Gruppenräumen; hoher Anteil von nicht deutsch sprechenden und von verhaltensauffälligen Kindern) Wer Qualität fordert, muss auch Qualität bieten. Dazu gehört auch eine angemessene Bezahlung der Fachkräfte, denn nur dann findet man genügend gutes Personal. Besonders ärgerlich ist es, wenn Politiker die Ausbeutungsmentalität von Konzernen anprangern, selbst aber als Arbeitgeber die gleichen Ziele verfolgen (längere Arbeitszeit und weniger Gehalt).

Götschel

Ich kann mich dem Gesagten absolut anschließen. Was hier noch fehlt sind die vielen Überstunden die wir machen müssen, da zu wenig Personal eingestellt wird. Sobald eine Kollegin in Urlaub geht wird es im Dienstplan knapp, sollte noch eine Kollegin durch Krankheit ausfallen sind die Öffnungszeiten personell kaum mehr aufzufangen. Die Belastungen für die KollegenInnen sind sehr hoch. Die Arbeitgeber fordern immer mehr Einsatz doch in unserem Bereich geht nichts mehr.

Hilgers

Es ist an der Zeit, dass wir ErzieherInnen uns formieren und der Öffentlichkeit transparent machen, wie sich unser Arbeitsfeld verändert hat. Wir versuchen mittlerweile alles, aber auch alles aufzufangen, was in unsere Einrichtungen kommt. Ich habe das Gefühl nur noch Basisarbeit zu leisten. Das was zu Hause nicht funktioniert sollen die Erzieherinnen und Erzieher auffangen. Vom Holen des Vespers bis zum Händewaschen nach dem Toilettengang um nur zwei Beispiele zu nennen. Vom offenen Ohr für wirklich alle Belange der Eltern, von Gesprächen mit Arzten, Therapeuten bis zur Organisation von Kinderkleidermärkten..... Wir nehmen alles als gegeben hin, aber gehen auf dem Zahnfleisch, dass alles für nen Appel und nen Ei.Mir persönlich ist der Orientierungsplan für BW symphatisch, ich finde ihn gut, aber wenn die Pläne funktionieren sollen, muss erst einmal eine gut fundierte gut strukturierte Basis gefunden werden. Mir liegen die Kinder sehr am Herzen, aber ich mir selbst auch. Wollen wir uns noch länger kaputt machen? Die Rahmenbedingungen sind miserabel und es muss etwas geschehen. Lasst uns auf die Straße gehen und kämpfen. Wann wenn nicht jetzt??

tanja

Hallo,

Ich möchte mich auch dazu äußern da ich mich in der Erzieherausbildung befinde! Man muss sich überlegen das wir 4 Jahre dafür brauchen um dieses langen Weg zu beschreiten und der Staat uns für diese 4 Jahre nichts zahlt,außer wenn man schlechtverdienende Eltern hat und das BaföG amt einem mal etwas zahlt was auch nicht die welt ist! Zudem fallen in vielen schulen Kosten an die man monatlich für seine Ausbildung zu zahlen hat. So frage ich mich, wie soll ich arbeit finden wenn bei 40 stunden , jeder 25te Arbeitsplatz weg fällt? Wie soll ich später mit so einem Gehalt ALLEINE mein Kind versorgen? Ich habe noch keines , aber ich habe einige Praktikas durchlaufen und ich weiss noch wie eine Erzieherin mir sagte: " Mit diesem gehalt kannst du sehr schlecht dein Kind später versorgen". Welche Verantwortung wir tragen für jedes einzelne Kind und für viele Eltern ist dies noch selbstverständlich! Was soll aus uns allen werden und den Beschäftigten die bereits angestellt sind und jeder 25te dann gehen darf? Das frage ich mich! Und deswegen geht auf die Straße! Holt euer Recht, und liebe Eltern habt verständniss auch wenn es nicht einfach ist, nur denkt bitte auch an solche Auszubildenden wie mich die 4 Jahre ihre Arbeit gut machen damit sie sich später um eure Kindern kümmern kann!

WENN NICHT JETZT ETWAS VERÄNDERN? Wann dann???

Kirsi

Wir arbeiten als Sozialarbeiter im sozialen Bereich (Land und Trägerverein) in Teilzeit im Wechsel, um so Beruf und Familie zu vereinbaren. Eine Arbeitzeiterhöhung können wir uns beide nicht leisten. Genug gespart haben die öffentlichen Haushalte noch nicht angesichts der Schuldenlast. Wir wollen weinigstens eine Inflationsausgleich und keine Arbeitszeiterhöhung oder bei Arbeitszeiterhöhung einen Lohnausgleich, um dann weiter genauso viel Stunden arbeiten zu können. Auch in der der Jugendförderung steigen die Anforderungen seit Jahren angesichts notwendiger Bildungsaufgaben und steigender Probleme im Bereich außerschulischer Förderung und Sprachförderung, so dass eine angemessene Bezahlung ohne Einbußen in der Arbeitszeit und dem Lohn absolut angesagt ist. Gerade die KollegInnen mit Kindern können und wollen nicht länger arbeiten.

Seitz

Immer mehr mehr mehr! Ihr kriegt wohl auch den Rachen nicht voll, was?
Es gibt noch immer über drei Millionen Arbeitslose in Deutschland, wovon ich einer bin. Aber anstelle zu fordern, dass der Staat mehr Leute einstellt, fordert Ihr noch mehr Geld für die, die Arbeit haben! Somit erweist ihr der Tatsache, dass die Kluft zwischen reich und arm immer größer wird, einen Bärendienst!

Mein Vorschlag: anstatt jedes Jahr mehr Lohn zu fordern, dieses Jahr mehr Neueinstellungen fordern!

Schnell

Ich bin schon fast 25 Jahre als Erzieherin tätig, habe gesellschaftlichen Wandel und die Veränderungen unseres Berufsfeldes mit vollzogen und sehe unsere Erziehungsarbeit hoch qualifierziert. Ich sehe meine jungen Kolleginngen die hoch motiviert sind, aber schon nach ein paar Berufsjahren auf dem "Zahnfleisch" kriechen, da die Rahmenbedingungen, und auch die Bezahlungen nicht unseren Aufgaben entsprechen. Wenn ich an das Renteneintrittsalter von 67 Jahren denke, wird mir ganz schwindelig, wie sollen die jungen und die älteren Erzieher das nur erreichen.

Ute Sauer

Es ist unser gutes Recht ein angemessenes Gehalt für unsere qualitativ hochwertige Arbeit zu fordern. Meiner Meinung nach sollte man, wenn man mit 35 Std. fast Vollzeit arbeitet sorgenfrei leben können- dem ist aber nicht so. Warum? Weil alles teurer geworden ist- das Gehalt wurde aber nicht angepasst! Meine ganz persönliche Meinung: auch Arbeitslose sollten eine faire Chance bekommen und menschenwürdig in diesem Staat leben können stellt keinen Wiederspruch zu der Forderung nach mehr Gehalt für Erzieher dar. Ich denke die Arbeit im sozialen Bereich Kita ist schwer nachvollziehbar, wenn man sie nicht selbst erlebt oder ausgeübt hat. Vorschlag an Kollegen Schnell: mal hospitieren! Die Anforderungen an die Erzieher sind inzwischen vergleichbar mit denen, die an Lehrkräfte gestellt werden- Unterschied: Lehrer sind meist verbeamtet und wesentlich besser bezalt als Erzieher. Als Erzieher ist man nicht verbeamtet und hat nach 2 Wochen - wo die Lebenshaltungskosten abgegangen sind so gut wie kein Geld mehr in der Tasche. Heißt also trotz Arbeit geht es mir auch nicht besser als einem Arbeitslosen! Es muß sich dringend etwas ändern- sonst haben wir bald amerikanische Verhältnisse!

Ruth Meier

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